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Jetzt reiten Sie wieder: The Twang, die Country-Desperados des besseren
Geschmacks! Auf blankpolierten Discokugeln galoppieren sie durch die
staubigen Prärien der Unterhaltung und zeigen dabei wenig Respekt vor
festgesteckten Claims. Meilensteine der Popmusik kommen so meistbietend
unter die Hufe. Von A-Ha bis zu den White Stripes wird diesmal wieder
auf alles geschossen, was sich zu früh bewegt. Hier entstehen
Originale, wie man sie nicht besser hätte erfinden können.
Oder wussten Sie etwa, dass Billy Idols "Rebel Yell" einst als
Schlachtruf aufsässiger Cajun-Cowboys im feuchtfröhlichen Louisiana der
1960er-Jahre erklang? Und dass sich Jack und Meg Whites "Seven Nation
Army" ohne 16 Pferdestärken niemals vom Fleck bewegt hätte? Dass Hits
wie "Take a chance on me" und "Take on me", längst bevor sie in den
80er-Jahren Europa eroberten, in Montana von skandinavischstämmigen
Viehtreibern zur Brautwerbung geschmettert wurden? Und wer hätte dem
Polizei-Swingorchester von Pensacola/Florida in den 40ern einen
amtlichen Tanzbodenfeger wie "Every breath you take" zugetraut? Ja, wer
wohl? Ob Country, Hillbilly, Cajun oder Western Swing: The Twang lüften
so manches musikhistorisches Geheimnis, von dem wir kaum etwas zu ahnen
wagten. Bereits auf ihrem erfolgreichen Debüt "Countryfication"
veredelten die Glorreichen Sechs Pop-Perlen zu handfesten
Country-Klunkern. Die Fans waren begeistert, Popstars schmeichelten
sich zwecks Countryfizierung ihres Werkes ein (Evan Dando: "Ich LIEBE The Twang") und die Presse jubelte von ADAM ("...da werden die Chaps der Lederkerle butterweich") über ROLLING STONE ("...die Twang-Variante emanzipiert sich vom bekannten Referenzwerk und wird selbst zum Original") bis SZ ("Das Wunder von "Twang": Countrymusik, wie geschaffen für einen Film von Kaurismäki").
Nun melden sich The Twang mit einem unverschämt erstklassigen Album
zurück, das den gewachsenen Erwartungen auch musikalisch mehr als
Genüge tut. Auf "Let there be Twang" überzeugen The Twang mit ihrem
ganzen Twang! Aufgenommen in Braunschweig und Austin/Texas präsentiert
"Let there be Twang" neben weltbekannten Hits eine Handvoll
hochkarätiger Gastmusiker: die Piano-Legende Earl Poole Ball (u.a. Byrds "Sweetheart of the Rodeo", Johnny Cash, Buck Owens), die begnadeten Pedal-Steel-Gitarristen Tommy Spurlock (u.a. George Jones, Roseanne Cash) und Murnel Babineaux (u.a. Beausoleil) sowie Mavericks-Gitarrist Eddie Perez und die bezaubernde Heather Wiley zollen den Countryfizierern von The Twang ihren Respekt.
Im Juli 2004 gastierten The Twang wiederum auf Einladung der Continental Clubs von
Austin und Houston für ein Dutzend Shows in Texas.
"Eine Mischung aus Freakshow, Ratespiel und Vortrag über die
Möglichkeiten der Musiktransplantation in den Zeiten der
Tonträgerabsatzkrise. Nicht zufällig sehen sie aus wie die
ehemalige Vorgruppe von Siegfried & Roy, und damit kommentieren sie die
nur an der Oberfläche eisern gültigen sexuellen Gesetze der Countrymusik
und ihre ebenfalls nur scheinbare Glamour-Feindlichkeit. Twang ist ein
Spaß, den jeder versteht, und einem guten Zweck dient er auch noch,
indem verletzten, verstoßenen oder sonstwie ihrer Würde beraubten Liedern ein neues Zuhause gegeben wird." (Franz Dobler/Süddeutsche Zeitung)
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